Originaltitel: Hugo

Produktionsland: US 2011

Regie: Martin Scorsese

Darsteller: Ben Kingsley, Sacha Baron Cohen, Asa Butterfield, Chloë Grace Moretzo

Trailer

Hugo Cabret ist ein auf Brian Selznicks Kinderroman “Die Entdeckung des Hugo Cabret” basierender Film aus der Feder von Martin Scorsese. Kann uns ein Film des Regisseurs, mit dessen Konterfei wir gute Filme auszeichnen, überhaupt enttäuschen?

Im Paris der frühen 30er-Jahre findet Halbwaise Hugo zusammen mit seinem Vater, ein begnadeter Uhrmacher, eine mysteriöse mechanische Figur. Der Vater ist überzeugt, die filigrane Mechanik reparieren zu können, findet jedoch vorher durch einen Brand im Museum tragisch seinen Tod. Hugo kann die Figur aus der Asche des Museums retten und will das Geheimnis der Mechanik entschlüsseln, in der Hoffnung, dadurch eine letzte Botschaft seines Vaters zu erhalten. Als Waisenkind verbringt Hugo nun die Zeit in einer Dachgeschoßwohnung eines der Pariser Bahnhöfe und versucht alles, um die Mechanik wieder in Gang zu setzen. Dabei gerät er ins Visier eines mysteriösen Spielwarenhändlers, dessen Vergangenheit eng mit dem Puppenapparat zusammenzuhängen scheint. Ab sofort verschwimmt die Fiktion des Films mit der biographischen Realität eines der größten Filmemachers unserer Zeit.

Basti: Famoser Einstieg von Grandioso-Regisseur Martin Scorsese in die Familienunterhaltung. Was sich für mich zunächst als etwas trivialer Henry-Butter-Klon anfühlt und einem bei den teilweise völlig Scorsese-unüblich grottenschlechten (oder zumindest grottenschlecht lokalisierten) Dialogen sauer aufstößt, endet in einer herzlichen Hommage an das Kino im Allgemeinen und George Melies im Speziellen. Die gelungene Vermischung von realem Fakt und kindlicher Fiktion macht in ihrer Doppelbödigkeit den Reiz für jeden Kinoenthusiasten und Freund der Früh-Film-Ära aus – für allen anderen ist es, neben einem perfekten Valentinstag-Film, ein (leider vielleicht manchmal etwas zu bemühter) Grundkurs in Filmmagie – die sich allein aus Hommagegründen alles, was das Filmvermögen an Emotionen hervorrufen kann, erlauben darf, ohne zu aufgesetzt zu wirken.

Verkleidet wird das Werk in eine unfassbar kitschige und dennoch stimmige Kulisse Paris in warmen Farben, die perfekt in die kalte Jahreszeit passt. Wenn sich der 3D-Effekt dann auch noch als integraler Bestandteil der Hommage rechtfertigt und dank tausender tanzender Schneefloken, Staubpartikeln und duzender atemberaubender Kamerafahrten mitreißt ohne zu entreißen, dann hat der große Scorsese -erneut- einen großen Film gemacht, der mich am Schluß doch noch überzeugt hat. Ein Film von einem Kinoliebhaber, für Kinoliebhaber. 

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