Originaltitel: The Informant!

Produktionsland: USA 2009

Regie: Steven Soderbergh

Darsteller: Matt Damon, Scott Bakula, Joel McHale, Melanie Lynskey
Trailer

Steven Soderberghs neuester Film hätte durchaus ein spannender Wirtschafts-Thriller werden können, wurde er aber nicht. Ganz im Gegenteil: „Der Informant!“ ist eine bitterböse Satire, basierend auf einer wahren Begebenheit, mit einem Matt Damon, den wir so noch nicht gesehen haben.

Matt Damon spielt Mark Whitacre, der als Biochemiker bei dem Agrarkonzern ADM für die Lysin-Produktion verantwortlich ist. Obwohl sein Gehalt für einen gehobenen Lebensstil locker ausreicht, hat Whitacre nicht genug und strebt nach mehr. Also beginnt er damit, seinen eigenen Arbeitgeber zu sabotieren, um anschließend über einen fiktiven Erpresser Millionen einzustreichen.

Seine Chefs denken aber nicht daran mit dem Erpresser zu verhandeln und schalten das FBI ein, um den Drahtzieher zu ermitteln. Unter dem Druck, entlarvt zu werden und um von seinen eigenen Betrügereien abzulenken informiert Whitacre das FBI über illegale Preisabsprachen seitens seiner Firma ADM im ganz großen Stil. Prompt wird er von dem Special Agent Brian Shepard als Informant eingesetzt und soll Beweise in Form von Video- und Tonbandaufnahmen besorgen.

Wer jetzt immer noch von einem ernst zu nehmenden Thrille ausgeht, dem macht Soderberghs Inszenierung der Story einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Das liegt einerseits daran, dass die musikalische Untermalung mit ihren lockeren Swing-Stücken à la Benny Hill oder James Last einem mehr als einmal ein Schmunzeln abringt und andererseits an Matt Damon: Besser kan man einen leicht übergewichtigen, geschwätzigen, hoch intelligenten und zugleich trotteligen Informanten nicht spielen. Oftmals weiß man nicht, ob Mark Whitacre gerade extrem klug oder ausserordentlich dumm handelt, ob er lügt oder doch die Wahrheit sagt. Leider sind es aber auch gerade diese Stellen, wo es hakt. Des öfteren lässt einen „der Informant!“ verwirrt und fragend zurück. Umso schwerer fällt es daher, der Story mit den vielen Scheinwahrheiten und Wendungen zu folgen. Auch in den Schluss wollte Soderbergh einfach zuviel reinpacken, so dass man das Gefühl hat, 10 Minuten mehr wären hier sicherlich sinnvoll gewesen.

Nichtsdestotrotz macht „der Informant“ eine Menge Spaß und eignet sich hervorragend für einen gemütlichen DVD-Abend zu Hause. Allein Matt Damon in seinem bisher fünften Film mit Steven Soderbergh ist das Anschauen wert.

Pow Dow: Matt Damon als notorischer Lügner in einem Wirtschaftskrimi, der keiner ist, unterlegt mit jazzigen Funksamples. Herrlich schräg!