Originaltitel: Masters of Horror

Produktionsland: USA 2005

Regie: Stuart Gordon, Dario Argento, John Carpenter, Joe Dante, Mick Garris, Tobe Hooper, John Landis u.a.

Darsteller: Angus Scrimm, Robert Englund, Udo Kier, Lori Petty, Angela Bettis, Sean Patrick Flanery, Brendan Fletcher, Ted Raimi, Ron Perlman, Meat Loaf, Jason Priestley, Christopher Lloyd, Tony Todd, Jeffrey Combs

Trailer

Da kommen einem echt die Tränen in die Augen! ‘Anchor Bay Entertainment’, mittlerweile Starz Home Entertainment, ist für eingefleischte Horrorfans ein Begriff für hochwertige und liebevoll gemachte Horror-Editionen. Dabei treiben die Jungs & Mädels teilweise lang verschollen geglaubte Splatterstars wieder vor die Linse und produziert heiß begehrte Special Features.

Vor einiger Zeit legte Anchor Bay bzw. Starz Home noch einen drauf und veröffentlichte die Serie Masters of Horror. Die Idee: Horrorfilmregisseure der Welt vereinigt Euch und produziere ein Jeder eine Folge für diese Serie. Rund 60 Minuten, und bitte auf Kinofilmniveau. Während das “Cinema” von heute durch Splattertrash neuer ‘Star-Regisseure’ wie Eli Roth überrannt wird, besinnen sich die Leute bei Starz auf die guten alten Werte und versammeln Underground-Namen, wo man als Fan der erste Stunde am liebsten gleich losheulen möchte. Bereits in der ersten Staffel fallen so Referenzen wie Tobe Hooper (‘Das Kettensägenmassaker’), John Landis (‘American Werewolf’), Ernest R. Dickerson (‘Ritter der Dämonen’), John Carpenter (‘Halloween’), Stuart Gordon (‘Re-Animator’), Takashi Miike (‘Audition’), William Malone (‘Haunted Hill’), John McNaughton (‘Henry – Portrait of a serial Killer’) und sogar Gialli-Maestro Dario Argento, und und und. Was dabei auch sehr erfreut: Auch Don Coscarelli (‘Phantasm’) darf endlich wieder mal einen Film machen.

Als Horrorfilm-Fan kann man die Serie nur loben: Schön produziert, gute Auswahl, tolle Schauspieler und Insider-Anspielungen bis zum Umfallen. Wenn z.B. in der von Carpenter gedrehten Episode eine Filmvorführer für Argento schwärmt, möchte sich der geneigte Horrorfan vermutlich am liebsten wegwerfen! Hätte man vor 10 Jahren gesagt, dass irgendwann ein Label so viel Mühe und Geld aufbringen würde, um sowas zu produzieren, der FlickAddict-Redakteur hätte ihn für verrückt erklärt. Aber Fanboys sind leidenschaftlich, und sie lassen nicht locker, bis sie endlich das kriegen, was ihnen zusteht. Mit Sicherheit mag die Serie nicht Jedermanns Geschmack sein, wer aber mit diesen (manchmal schon fast vergessenen) Namen groß geworden ist, wird darin seine helle Freude finden. Da verzeiht man selbst die kleinen Ausrutscher hin und wieder – nicht jeder der, immerhin oftmals an die 70-Jahre alten Regisseure kann offensichtlich immer volle Leistung bringen.

Allein die erste Staffel bietet darüberhinaus bereits über 2000 (sic!) Minuten Extras. Darunter rund 30 Stunden Zusatzinterviews und Analysenin hoher und mühlevoll zusammengestelter Qualität. Auch auf Audio-Kommentare muss man nicht verzichten. Und eins muss man der Serie lassen: Bereits in der ersten Staffel hat sich ein unglaublicher Wettkampf zwischen den Regisseuren entwickelt: Jeder wollte seine Folge gruseliger, actionlastiger oder blutiger gestalten als sein Kollege. Wenn man bedenkt, dass die meisten dieser Leute ihr Feuer in den 80ern ziemlich verpulvert haben und seitdem meist nur noch Softcore produzierten, laufen bei dem Projekt fast Alle wieder zu alter Höchstleistung auf. Übrigens: Der Sender Showtime hatte die Ausstrahlung der Miike-Folge ‘Imprint’ verweigert. Produzent Mick Garris bezeichnete sie als ‘the most disturbing film he has ever seen.’ PR, offensichtlich, aber trotzdem ein gutes Zeichen für jeden Splatterfan. Apropos, noch eins: Deutschland pfui! Die Serienbox gibt es hierzulande nur in verstümmelter Ausführung.

Basti: Die Helden meiner Kindheit! Wenn einem so viel Gutes widerfährt, dann sind das schon mal 4 Scorseses wert!