Originaltitel: Paranormal Activity 2

Produktionsland: USA 2010

Regie: Tod Williams

Darsteller: Katie Featherston, Micah Sloat, Molly Ephraim

Trailer

Manchmal, ganz selten und nur in diesen ganz eigenen, unfreiwilligen, beklemmenden Augenblicken, kommt es vor, dass dich diese eine Filmszene einfängt, fesselt, fast zu Tränen rührt. Manchmal, ganz selten, da passiert Filmmagie. Wo sich zitternde, zierliche Frauenhände in das weiche Samtrot des Kinosessels graben, eben noch erhabene Männerblicke mit feuchtigkeitserfüllten Augen wie gebannt auf die flimmernde Kinoleinwand starren und die Pärchen sich wie selbstverständlich noch enger aneinander kuscheln.

Manchmal, ganz selten, fängt dieser einer kurze Moment genau das ein, nach was wir alle uns täglich sehnen – und es uns doch so selten eingestehen. Manchmal wird das Kinopublikum eins, gerührt irgendwo, zwischen Lachen, Weinen, am liebsten wie wild darauf los applaudierend, klatschend. Mit Gänsehaut, einem fassungslosen Blick des Glücks… und des Danks, dass es diese nun bereits über ein Jahrhundert alte Kunst des bewegten Bildes so faszinieren, so rühren kann.

Vergessen sind all der Glämmer, der Klatsch und Tratsch, das Hollywood, die Spezialeffekte oder die neueste 3D-Technologie. Es ist das Wesentliche, die im wahrsten Sinne des Wortes übermenschliche Schauspielkunst, die uns bewegt, unsere Empathie fördert, uns mitfühlen und verstehen lässt. Dieser eine, ganz bestimmte, magische Moment, in dem all die Geldschneiderei, das Multi-Millionen-Dollar-Geschäft der Filmstudios, die billige Cashcow, die solche Sequels doch häufig sind, schlagartig vergessen lässt, in dem die Ehrlichkeit siegt, ganz jenseits des Produktions- und Erwartungsdrucks.

Diese Schauspielkunst, die selbst eine Katie Featherston gegen die Wand spielt, genau das ist es, was Paranormal Activity 2 auszeichnet. Dieser eine Darsteller, gegen den eine Sprague Grayden nur noch hilflos vor sich hin starren kann. Dieser eine Darsteller, der aus mir völlig schleierhaften Gründen noch nicht mal namentlich im Abspann erwähnt wird. Vielleicht, weil es dem pseudo-dokumentarischen Stil des Schockers gestört hätte. Vielleicht, weil er sonst einfach allen anderen im wahrsten Sinne des Wortes die Show gestohlen hätte. Es ist eine Frechheit, wenn man bedenkt, dass er vielleicht fünf, maximal noch zehn Jahre unter uns weilen wird.

Und doch weiß ich, dass dieser Darsteller, dieser magische Moment, der mir jetzt noch das Blut in den Adern gefrieren lässt, dass ich für diesen Darsteller, wenn er einmal von uns gegangen ist, und wir mit Wehmut ihn ein letztes Mal betrachten werden, womöglich in einer Rückblende während den Oscars, wir noch ein letztes Mal diesen einen Moment genießen dürfen, dass ich dann für diesen namenlosen Darsteller über die Gischt des brandungsgeschwängerten Wassers blicken werde, hinaus auf den Horizont und in die strahlend weißen Wolken eines beginnenden neuen Tages und mir denke: Danke, für diesen Moment, Elecsa, Intex, Robby G3, oder wie auch immer dein Name war. Danke.

Basti: Ein Poolstaubsauger. Magisch. Fesselnd. Ein Quantensprung. Dafür 4,5 von 5 Ben Afflecks.